Im tiefen Norden, wo die Winter die Knochen brechen, lag unsere Heimat: Skagenfjord. Wir waren Nachbarn, aufgewachsen im Schatten derselben Fichten. Beo und Asger teilten sich schon als Jungen das erste Jagdmesser. Asger, der Mann weniger Worte, besaß das Falkenauge – er erspähte den weißen Hirsch im tiefsten Schneegestöber, während Beos Pfeile den Braten sicherten.
Doch das Schicksal kennt keine Gnade. In einem unbarmherzigen Winter kroch die Pest über das Eis. Sie legte sich auf die Lunge von Runa, Asgers frisch vermählter Frau. Als die Dorf-Schamanen sie bereits aufgeben wollten, wichen Ylva und Beo nicht von ihrer Seite. Tag und Nacht kochte Ylva unbekannte Sude, besprach Runen und reichte Beo die Kräuter, während Beo mit seiner Gelehrten-Sehhilfe die Wunden reinigte. Sie rissen Runa dem Sensenmann aus den Klauen.
Bevor der Frühling das Eis brechen konnte, kamen die Plünderer. Sie kamen im Schutz der Nacht und brachten das Feuer. Unser Dorf verbrannte zu Asche. Zu viert, mit nichts als Beos Langbogen, Asgers Speer, Ylvas Chronik und den Kleidern auf dem Leib, flohen wir in die unbarmherzige Wildnis.